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Corona-Depression // © DaniDG
Rubrik

Corona-Depression Wie wird man(n) sie wieder los?

kk - 11.12.2021 - 09:00 Uhr

Corona und kein Ende: Selbst Menschen mit unerschütterlichem Optimismus gelangen angesichts der erneut massiv steigenden Infektionszahlen und Impfunwilligen an ihre Grenzen. Neben all den körperlichen Gefahren durch das Virus, nimmt auch die mentale Gesundheit durch die Pandemie Schaden, so dass dieses Thema sogar im neuen Koalitionsvertrag gefordert wird. Depressionen sind leider längst eine Volkskrankheit geworden, wobei die meisten Betroffenen Männer sind und auch die daraus resultierenden Suizide mehrheitlich von Männern begangen werden. Wie kommt man(n) also aus einem solchen Tief wieder heraus und wo kann man sich Hilfe holen?

Folgen der Corona-Pandemie für die Psyche
Laut einer Studie der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ litten vergangenes Jahr weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung als dies ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Corona verstärkte nicht nur Depressionen, Aggressionen, Zwänge und Ängste, sondern führte auch zu massiv vielen Fällen von Essstörungen. Das Virus belastet so nicht nur die Intensivstationen in den Krankenhäusern, sondern erfordert einen massiven Ausbau der Gesundheitsversorgung hinsichtlich psychologischer Hilfen.

 

Schlaf ist wichtiger Bestandteil für ein gesundes Leben // © Prostock-Studio

Welche Maßnahmen kann man selbst ergreifen?

  1. Strukturiert Euren Tag!
    Es klingt banal, aber tägliche Routinen und Rituale helfen zuverlässig dabei, negativen Gedankenspiralen entgegen zu steuern: Sogar die vermeintlich normalen Dinge wie regelmäßiges geplantes Aufstehen, Arbeiten und Essenszeiten sind hier gemeint als auch die Auszeiten, in denen man sich belohnt wie mit Lesen, Serien ansehen oder Entspannungsübungen machen. Am besten man stellt Sonntagabend einen Wochenplan auf und hält sich quasi an diesem fest.
     
  2. Bleibt aktiv! 
    Körperliche Bewegung ist nicht nur gesund, sondern tut auch unserer Psyche gut: Mit dem Fahrrad eine Runde drehen, sich warm einpacken und Joggen gehen oder per YouTube neue Fitness-Übungen ausprobieren – die dabei ausgeschütteten Hormone aktivieren garantiert.
     
  3. Vergesst aber auch nicht das Schlafen!
    Wer sich andauernd erschöpft fühlt, möchte am liebsten sofort ins Bett gehen, doch man sollte abwarten bis der Körper tatsächlich Schlaf braucht: Die vorherigen Punkte wie Struktur und Aktivität helfen dabei diesen natürlichen Rhythmus (wieder) zu finden und nicht das Erschöpfungsgefühl durch zu viel in die Matratzen-Zurückziehen zu befördern.
     
  4. Bleibt in Kontakt!
    Das Miteinander in de Corona-Pandemie ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits vermisst man die Kontakte, andererseits sollte man zu viele vermeiden. Um nicht völlig zu vereinsamen, gibt es aber zum Glück das Internet und das Telefon. Gemeinsame Treffen sowie Gespräche sind hier auch ohne körperliche Anwesenheit Gold wert.
     
  5. Habt Verständnis – auch für Euch selbst!
    Nicht nur das Mitgefühl mit anderen, auch mit sich selbst, ist nun wichtig: Und auch wenn es seltsam klingt, werdet euer eigener verständnisvoller Freund. Sich selbst Vorwürfe zu machen, hilft nicht, denn Ängste und Depressionen sind eigentlich eine gesunde Reaktion auf eine ungesunde Situation, aus der man wieder herausfinden kann.
     
  6. Lest nur seriöse und dosierte Nachrichten!
    Sachliche Fakten mindern Ängste und Sorgen, das ziellose und unaufhörliche Surfen im Internet befördert hingegen nur innere Unruhe. Am besten man nutzt immer – und erst recht in dieser Pandemiesituation – nur seriöse Quellen wie zum Beispiel das Robert-Koch-Institut und aktualisiert die Nachrichtenseite nur so oft, wie es einem guttut.
     
  7. Sucht einen Therapeuten!
    Wenn man das Gefühl hat, nicht mehr alleine aus seiner Depression heraus zu kommen – und eigentlich schafft das auch niemand, was keine Niederlage oder Schande ist, sondern vollkommen normal wie bei fast jeder Erkrankung – sollte man den Gang zur Therapie nicht scheuen. Es handelt sich hierbei nämlich immer um eine „notwendige medizinische Leistung“, die mittlerweile sogar in vielen Praxen auch als Video-Sprechstunde angeboten wird.
     
  8. Seht auch nach anderen Hilfs- und Unterstützungsangeboten!
    Mittlerweile finden psychisch erkrankte Menschen auch per Telefon oder Internet viele kompetente Ansprechpartner, die wir hier vorstellen wollen:

Infoportal zur psychischen Gesundheit für Kinder und Jugendliche: www.corona-und-du.info

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