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Die Prostata: Vorsorge durch MRT // © skynesher
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Die Prostata Vorsorge durch MRT

kk - 27.07.2019 - 07:00 Uhr

Die Prostata: Ein oftmals verdrängtes Thema, dabei ist dieses Organ durchaus wichtig, denn sie spielt eine wichtige Rolle beim Sex, dem Samenerguss und der Samenproduktion. Erst wenn sie Probleme macht, beschäftigen sich die Männer mit ihr und vielen Männern macht eine Prostata-Untersuchung beim Urologen Angst, wenn möglicherweise zum Beispiel gar eine Biopsie ansteht: Es gibt aber beim Thema Vorsorge auch Alternativen, die schmerzfrei und schonend sind, wie beispielsweise die MRT, also eine Magnetresonanztomografie. Was das genau ist und wie sie abläuft, erklären wir hier:

Im Falle der Prostata-Untersuchung per MRT heißt das Ganze korrekterweise „Multiparametrische MRT (mpMRT)“: Diese Methode ist momentan in der Medizin das beste sowie sicherste Verfahren, um ein Karzinom auszuschließen. Diese biopsiefreie und nicht-invasive Methode hat dabei mehrere Vorteile: Dass sie ohne Entnahme von Gewebeproben oder das Eingreifen in Organe funktioniert, sind bereits zwei von ihnen. Das eventuelle Angst machende Einführen einer Messspule in den Enddarm ist somit hinfällig. Währen der Untersuchung kann der Patient bequem auf dem Rücken liegen und das ganze Prozedere dauert etwa eine halbe Stunde. Auch für Platzangstgeplagte ist die „Röhre“ geeignet, denn es gibt eine extraweite Tunnelöffnung.

Des Weiteren ist eine Prostata MRT nicht belastend für die Psyche sowie Physis, denn deren Ablauf ist routiniert, wird im für den Patienten angenehmen Ambiente durchgeführt und man ist keinen belastenden Strahlen – wie beispielsweise Röntgenstrahlen ausgesetzt. Bei einer MRT werden nämlich so genannte „Schnittbilder“ hergestellt und die Technik dahinter besteht aus einem starken Magneten und elektromagnetischen Hochfrequenzstrahlen im Radiowellenbereich.

Dadurch ist eine gezielte Diagnostik möglich, bei der man wichtige Informationen über ein mögliches Karzinom enthält wie zum Beispiel die Größe, die Lokalisation und möglicherweise sogar eine organüberschreitende Ausdehnung. Mit dieser Bildgebungsmethode kann man einen eventuellen Tumor somit bereits im frühen Stadium erkennen und seine mögliche Ausdehnung und Aggressivität bestimmen.

Wie bereitet man sich als Patient auf eine solche mpMRT-Untersuchung vor? Wichtig ist die Entleerung des Rektums und der Harnblase. Meist wird vorab ein kurzwirksames und gut verträgliches Medikament verabreicht (in der Regel Buscopan), um die Minimierung einer Darmbewegung zu erreichen, denn dadurch lässt sich die Bildqualität steigern. Während der Untersuchung erhält der Patient zudem ein MRT-Kontrastmittel, das ebenfalls sehr gut vertragen wird.
Multiparametrisch wird diese MRT bei der Prostata deshalb bezeichnet, weil eine zusammenfassende Beurteilung diverser Techniken hier zu den Aussagen über den Zustand des so genannten Männerorgans führt: Daten zur Struktur und Form, biochemische Informationen und Durchblutungsfaktoren fließen letztendlich in der Beurteilung zusammen. Zudem werden dabei auch aktuelle Blutwerte beachtet, wie Entzündungsparameter und der PSA-Wert (Dieses prostataspezifische Antigen wird in bestimmten Zellen des so genannten Männerorgans gebildet und wenn der Wert steigt, kann dies ein Alarmsignal sein.)

Aus all den Ergebnissen werden dann gezielte Empfehlungen zur weiteren Therapie oder zum weiteren Vorgehen gegeben. Der Patient einer Prostata-MRT erhält zudem in einem ausführlichen Vor- und Nachgespräch detaillierte Informationen zu den Befunden und Empfehlungen direkt am Monitor. Die inzwischen nach international anerkannten Qualitätsstandards Prostata-mpMRT ist somit eine essentielle Entscheidungsgrundlage geworden, um die bestmögliche individuelle Therapie für einen Patienten festzulegen.
Momentan wird diese aufwändige Untersuchung in der Regel nicht durch gesetzliche Krankenversicherungen übernommen: Man kann sie jedoch als Wunschleistung und gegen Rechnung dennoch in Anspruch nehmen, wenn die Untersuchung von ärztlicher Seite als sinnvoll empfohlen wird. Dies kann der Fall sein, wenn man familiär vorbelastet ist, Vorsorge betreiben will oder einen erhöhten PSA-Wert hat.

Fazit:
Die Multiparametrische MRT (mpMRT) ist mittlerweile ein wertvoller und wichtiger Bestandteil der urologischen Diagnostik bei der Früherkennung von Prostatakrebs. Mediziner bezeichnen sie als willkommene Ergänzung zu bestehenden Diagnoseverfahren und sind damit auch eine willkommene Hilfe für alle Männer – denn nur sie haben ja bekanntlich mit diesem Organ, der Prostata, zu tun.

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