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Japandi // © FollowTheFlow
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Japandi Wohnen wie im hohen Norden und fernen Osten zugleich

kk - 19.09.2021 - 10:00 Uhr

Ja, was ist denn das schon wieder? Japandi! Hinter dem Kunstwort aus „Japan“ und „Scandi“ steckt ein ziemlich kunstvoller neuer Wohntrend, der skandinavische Lässigkeit mit japanischem Purismus verbindet und so mitten in unseren vier Wänden dem hohen Norden gemeinsam mit dem fernen Osten eine Heimat gibt. Wie das ganze gestaltet ist und letztendlich aussieht, verraten wir hier:

Was steckt genau hinter dem Wohntrend Japandi?
Zunächst scheinen die Kulturen von Japan und Skandinavien nicht viel gemeinsam zu haben, doch sie teilen etwas ganz Wesentliches: Ihr Verständnis vom Glück. Die skandinavische Hygge-Philosophie setzt auf Heimeligkeit und die wichtigen Dinge im Leben. In Japan findet sich dieser Gedanke im so genannten Wabi-Sabi wieder, das die Schönheit des Unvollkommenen schätzt und authentische Natürlichkeit zelebriert. Auf der einen Seite der Erde spiegelt sich das in ausgiebigen Saunagängen wieder, auf der anderen in hingebungsvollen Teezeremonien – beides gerne in natürlich-gemütlicher Atmosphäre genossen und vor allem mit viel Ruhe und Entspanntheit. Der Japandi-Stil verbindet dies alles und stützt sich auf diese Leidenschaft zur Entschleunigung, dem Fokus auf das Wesentliche und die Liebe zu alten Traditionen. In Sachen Einrichtung finden sich diese Werte in klaren Formen, natürlichen Materialien, puristischer Designsprache und ansprechendem Minimalismus wieder. Japandi verspricht pures Glück, das sich in jeder Wohnung finden lässt, wenn man sie dergestalt in eine eigene, individuelle, kleine Oase verwandelt.

Wie setzt man den Japandi-Stil um?
Eine wichtige Devise dieser Fusion zweier Stilrichtungen lautet: Weniger ist mehr. Lieber nur ein paar Stücke kaufen, die jedoch hochwertig sind und lange halten. Zu viel Deko hat hier nichts zu suchen, ausgesuchte Dinge, die eine wichtige brauchbare (oder emotionale) Funktion haben, stehen im Fokus. Dies ist in Skandinavien das Credo, aber auch in Japan, wo vor allem Marie Kondo das Prinzip des Aussortierens berühmt gemacht hat. Ihre Technik des Aufräumens hinterlässt klar strukturierte Räume, die eine umwerfende Ruhe ausstrahlen. Japandi verlangt also auch einen gewissen Mut, loslassen zu können und leere Wände auszuhalten sowie freie Räume atmen zu lassen. Bevor man also beginnt, nimmt man sich am besten Zeit und überlegt, was man wirklich im jeweiligen Zimmer braucht. Danach kann man sich besonderen Einrichtungsstücken widmen.

 

Japandi // © FollowTheFlow

Welche Materialien eignen sich für den Japandi-Look?
Selbst bei der Materialauswahl sind Skandinavien und Japan kompatibel: Im fernen Osten dominieren Bambus, Papier, Steingut, Leinen und Rattan. Im hohen Norden setzt man auf robuste Holzarten, Keramik oder Wolle. Beides harmoniert ganz ausgezeichnet und ergibt einen spannenden, modernen und zugleich natürlichen Look, der jeden Raum automatisch unaufgeregt strukturiert und ihm somit einen ganz eigenen Charakter verleiht. Daneben ist die Integration organischer Formen für die zurückhaltende Japandi-Gemütlichkeit essentiell: Fließende Konturen und abgerundete Kanten lassen die Schönheit im Unperfekten erkenn und machen einen Raum noch entspannter. Die Farbauswahl liegt dabei zwischen diversen Beige-Tönen, warmen Holz-Nuancen und kontrastierendem Grau oder Schwarz sowie punktuellen sanften Pastell-Spielereien.

Welche Deko-Artikel passen zum Japandi-Gedanken?
In Sachen Deko lautet die Devise: Konzentration auf das Wesentliche: Organisch geformte Vasen, handgemachtes Steingut-Geschirr und gerade Holztabletts sind nicht nur nützliche Objekte, sondern auch prägnante Design-Statements. Ergänzt mit Leinen-Decken, weichen Polstern und hohen grüngesättigten Zimmerpflanzen perfektionieren den Japandi-Stil. Aber vor allem traditionelle japanische Must-Haves lassen sich hübsch in diesen Wohntrend integrieren. Lernt hier noch die wichtigsten kennen:

  • Tatami-Matten: Das Leben spielt sich in Japan meistens auf Bodenhöhe ab, denn man sitzt nicht auf Stühlen, sondern eben auf diesen typischen Stroh-Matten, die nicht nur umwerfend natürlich aussehen, sondern auch isolierend sind.
  • Japanische Betten: Diese Futonbetten werden auch hier immer beliebter, die japanische Version wird allerdings tagsüber eingerollt und lässt so den Raum freier werden.
  • Noren: Diese Stoffvorhänge mit japanischen Schriftzeichen sind nicht nur hübsche Accessoires, sondern auch nützlicher Sonnenschutz.
  • Tansu: Diese mit Metall beschlagenen Truhen oder Kommoden sind stylische wie traditionelle Aufbewahrungsorte für unterschiedlichste Gegenstände.
  • Shoji-Trennwände: Diese lichtdurchlässigen Wände aus speziellem Shoji-Papier stehen einem wohl als erstes vor dem geistigen Auge, wenn man an japanische Einrichtungen denkt. Mit ihnen kann man kleine Räume privat abtrennen, das Tageslicht abdunkeln und so ruhige Plätze innerhalb der Wohnung schaffen – ein Schlüsselwort im Japanischen lautet „Ma“, das soviel wie „Zwischenraum“ bedeutet.

Strenge Ästhetik und warme Wohlfühlatmosphäre sind keine unvereinbaren Gegensätze wie Japandi beweist: Kombiniert man beides, erreicht man ein schlichtes wie schönes Zuhause, das dennoch persönliche Gemütlichkeit ausstrahlt.

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