Direkt zum Inhalt
Festnahmen in Istanbul
ANZEIGE

Festnahmen in Istanbul Erneut brutales Vorgehen gegen LGBTI*-Demonstranten!

ms - 19.06.2023 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Erneut kam es am Wochenende bei der nicht genehmigten Pride-Parade in Istanbul zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Polizei und CSD-Teilnehmern. Bereits in den vergangenen Jahren war es immer wieder zu massiven gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, 2022 wurden über 200 CSD-Teilnehmer festgenommen. Immer wieder wurde der Pride in Istanbul in den letzten Jahren aus fadenscheinigen Gründen meist kurz vorab verboten, oftmals zum „Schutz der Familien“ – auch für 2023 war ein solches Verbot ausgesprochen worden.

Mindestens zehn Festnahmen

Trotz des Verbots versuchten gestern dutzende LGBTI*-Menschen für ihre Rechte zu demonstrieren, wobei die Polizei mit aller Härte gegen die Protestierenden vorgegangen sein soll. Mit großräumigen Straßensperren hielten die Beamten die LGBTI*-Menschen auch davon ab, auf den zentralen Taksim-Platz zu gelangen, auch U-Bahnverbindungen dorthin waren deswegen unterbrochen worden. Teilnehmer berichten heute über mindestens zehn Festnahmen. In diesem Jahr sollte im Rahmen der „Trans Pride Week“ insbesondere auf die Lebenssituation von Trans-Menschen in der Türkei hingewiesen werden. Das Motto des illegalen Prides lautete so auch: „Wir sind trans, wir sind hier!“

Verfassungsänderung im Kampf gegen Homosexuelle

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst vor wenigen Tagen nach seiner Widerwahl bekräftigt, dass er weiter gegen LGBTI*-Rechte vorgehen wolle. Dabei kündigte er ein neues Gesetzesvorhaben an, das sich direkt gegen Homosexuelle richtet. Erdogan will dafür die Verfassung ändern lassen, sodass künftig nur noch das traditionelle Familienbild aus Mann und Frau juristisch bestandhaben soll. Er wolle alles in seiner Macht Stehende tun, um die Familien vor den „Perversionen“ zu schützen, so Erdogan weiter.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.
„Benedictwink“ geht viral

Vom Papst zum Internet-Schwarm

Ein Jugendfoto von Benedikt XVI. sorgt online für schwule Begeisterung – und lenkt den Blick auf seine umstrittene Vergangenheit.
Pride als UNESCO-Kulturerbe

Petition soll Idee vorantreiben

Die Pride-Bewegung soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden, fordert jetzt auch eine Petition, nominiert von den Niederlanden.
Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.
HIV-Wissen für die Polizei

Aktion in Großbritannien

Ein Londoner Polizist will mit HIV-Schulungen Vorurteile abbauen und setzt sich für verpflichtende Aufklärung bei der britischen Polizei ein.