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Entdeckerziele Rostock & Warnemünde

rb - 20.12.2019 - 07:00 Uhr

Gleich drei Jubiläen gibt es hier zu feiern: 30 Jahre deutsche Einheit, 800 Jahre Stadtgründung Rostock und 600 Jahre Bestehen der Uni Rostock. Gründe genug, die große Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern zu besuchen. Doch Rostock und Warnemünde bieten noch viel mehr: Historische Altstadt, Seebad-Idylle, kulinarische Highlights und die typische Waterkant-Atmosphäre.

Cooles Seebad: Warnemünde

Einmal quer durch Deutschland mit dem Zug. Auf langen Bahnreisen kann man die Landschaft studieren oder ein gutes Buch lesen. Nach einigen Stunden bin ich dann auch schon in Rostock. Für einen zugezogenen Rheinländer wie mich ist es eine sehr willkommene Abwechslung. Die Norddeutschen gelten ja als wetterfest, verbindlich und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ich steige um in den Vorortszug nach Warnemünde. Die Sonne schielt an den Wolken vorbei. Gutes Wetter an der Küste, das macht Laune. Direkt neben der Haltestelle liegt das Hostel DOCK INN. Ein ganz einzigartiges Konzept. Aus Containern, die schon über die Weltmeere geschippert sind, haben Christoph Krause und seine Leute eine neue Attraktion für Individualisten geschaffen. Ob solo, mit Freunden oder Familie, hier findet man freie Entfaltung in kreativer Umgebung. Ich bin natürlich gespannt, wie so ein Container-Zimmer aussieht. Alles ist hübsch zweckmäßig eingerichtet, auf besondere Weise auch gemütlich. Die Empfangshalle ist gleichzeitig Restaurant und Eventlocation. Denn für gute Unterhaltung ist abends gesorgt, mit Live-Acts, Konzerten und Lesungen. Zur Entspannung gibt es sogar eine Sauna. Ein echter Knaller! Conny holt mich zu einem Rundgang durch das Seeheilbad ab. Kapitäne und Fischer haben hier ihre Häuser in maritimem Stil in Reihen gebaut. Kleine Geschäfte in Fachwerkhäusern laden zum Shoppen ein. Hier findet man Lebensmittel und kosmetische Produkte, die mit Sanddorn hergestellt sind. Und Joachim Ringelnatz hat hier als Matrose seine ersten Ulk-Gedichte verfasst. An der Promenade schlendern wir an den Wahrzeichen von Warnemünde vorbei. Der muschelförmige Teepott beherbergt verschiedene gastronomische Angebote, daneben erhebt sich der Leuchtturm. In der Ferne sieht man das Hotel Neptun. Warnemünde ist der größte Kreuzfahrthafen Deutschlands, mit großer Werft. Alljährlich treffen sich hier die Segler zur Hanse Sail. Abends gibt es ein fabelhaftes Fischessen im Restaurant „Zum Stromer“. Der fangfrische Dorsch ist besonders zu empfehlen. Im Hostel läuft gerade eine Talentshow, die Stimmung bei dem jungen Publikum ist ausgelassen. Christoph nimmt mich kurzerhand mit auf eine Erkundungstour durch das nächtliche Rostock. Im KTV-Viertel, der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, liegen die Szenekneipen der Hipster und alternativ Gesinnten. Wir besuchen auch die Planbar, ein LGBTI*-Treffpunkt mit Wohnzimmer-Atmosphäre. Das Craftbeer in den Kneipen ist typisch herb und sehr lecker.

Hansestadt mit Tradition: Rostock

Am nächsten Morgen nehme ich die Bahn in die Innenstadt, um diese zu erkunden. Ich bin mit Ole in der Eiswerkstatt verabredet. Er hat mit seinen Studentenfreunden dem Softeis zu einer Renaissance verholfen. Denn diese weiche Kaltspeise hat auch in der ehemaligen DDR für Furore gesorgt. Ein bisschen Ostalgie im Sinne, wird heute mit den alten Maschinen köstliches Eis gezaubert. Danach schaue ich mir die Altstadt an. Am Neuen Markt zeugen das imposante Rathaus und die Fassaden der Giebelhäuser von der reichen Hanse-Tradition der Stadt. In der Marienkirche bestaune ich die Astronomische Uhr von 1472. Rund elf Meter hoch, präzise bis heute bei der Zeitmessung, zeigt das reich verzierte Uhren-Meisterwerk auch noch die Mondphasen und Tierkreiszeichen an. Der Schriftsteller Walter Kempowski ist in Rostock geboren, und im gleichnamigen Archiv kann man viel lernen über dessen Leben und Werk. Typisch für Rostock als Hansestadt ist auch die Backsteingotik. Die Stadt war früher stark befestigt. Davon zeugen die Stadttore und Wallanlagen, letztere dienen heute als Parks und Gärten. Es ist die Lange Nacht der Museen. Im Kulturhistorischen Museum treffe ich Dr. Steffen Stuth, der anschließend eine Führung zur 600jährigen Geschichte der hiesigen Universität leitet. Es ist die älteste Uni im Ostsee-Raum. Ich lerne ein ganze Menge über Alltag und Sitten an der Alma Mater. Danach gehe ich zum b sieben am Burgwall. Hier trifft sich die Community zum Klönen beim Bierchen. Mit Jakob sitze ich am Tresen und lasse den Tag Revue passieren. Dann schaut Christoph vorbei, und wir fahren zurück nach Warnemünde in die Klönstuv. Die kleine Bar am Leuchtturm zieht Nachtschwärmer an, ist sehr gay-friendly, und Raucher kommen hier auch auf ihre Kosten beim würzigen Bier.

Mehr Infos:

www.rostock.de/urlaub-freizeit.htm

www.auf-nach-mv.de/

Videos zu Rostock & Warnemünde:

www.schwulissimo.de/reise

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