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Facebook verbietet Werbetreibende, auf sexuelle Orientierung abzuzielen
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Keinen Missbrauch von Targeting-Option Facebook verbietet Werbetreibende, auf sexuelle Orientierung abzuzielen

km - 12.11.2021 - 07:07 Uhr

Facebook und Instagram werden es Werbetreibenden nicht mehr erlauben, Nutzer auf der Grundlage ihrer Vergangenheit, in der sie Inhalte gepostet, gelesen oder geliked haben, die sich auf Themen wie sexuelle Orientierung, Religion und politische Überzeugungen beziehen, anzusprechen.

Die Muttergesellschaft der sozialen Netzwerke, Meta Platforms, kündigte an, dass sie ab Januar detaillierte Targeting-Optionen entfernen wird. Bisher ermöglichen sie Werbetreibenden, Nutzer auf der Grundlage ihrer Interaktionen mit Anliegen, Organisationen oder Personen des öffentlichen Lebens zu finden. Zum Beispiel im Zusammenhang mit gesammelten Informationen zur sexuellen Orientierung.

Das bedeutet zum Beispiel, dass Werbetreibende nicht mehr dafür bezahlen können, Menschen anzusprechen, die sich für die gleichgeschlechtliche Ehe interessiert haben.

Graham Mudd, Vizepräsident für Produktmarketing bei Meta Platforms, erklärte in einem Blogpost: „Wir wollen den sich entwickelnden Erwartungen der Menschen an die Art und Weise, wie Werbetreibende sie auf unserer Plattform erreichen können, besser gerecht werden. Wir wollen außerdem auf das Feedback von Bürgerrechtsexperten, politischen Entscheidungsträgern sowie anderen Stakeholdern eingehen und Werbetreibende daran hindern, die von uns zur Verfügung gestellten Targeting-Optionen zu missbrauchen."

Meta erwirtschaftet 98 % seines Einkommens mit Werbekunden. Die sind in der Lage, bestimmte demografische Gruppen und Verbraucher anzusprechen, da das Unternehmen Profile seiner Nutzer anhand ihrer Online-Aktivitäten erstellt hat. Meta, dass über sein Audience Network auch Anzeigen in seiner Messenger-App und in Apps von Drittanbietern verkauft, hat im vergangenen Jahr 86 Milliarden Dollar an Einnahmen erzielt. Nahezu zwei Milliarden Menschen nutzen die Facebook-App jeden Tag.

Meta räumte ein, dass sich der Schritt auf politische Gruppen und Kampagnenorganisationen auswirken könnte, von denen viele Facebook für das Fundraising nutzen.

„Einige unserer Werbepartner haben ihre Besorgnisse über den Wegfall dieser Targeting-Optionen geäußert, da sie dazu beitragen können, einen positiven gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen, während andere die Entscheidung, sie zu entfernen, nachvollziehen können", sagte Mudd. Er fügte hinzu, dass Interessengruppen auf der Plattform weiterhin Möglichkeiten haben, Menschen zu erreichen.

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