Direkt zum Inhalt

Wegen Partnersuche im Netz Trans* Kommandeurin kassierte Verweis wegen Tinder-Profil

Von co - 27.05.2022 - 11:57 Uhr
Trans* Kommandeurin kassierte Verweis wegen Tinder-Profil
Foto: © instagram.com_anastasiabiefang
ANZEIGE
Loading audio player...

Seit 2015 lebt Oberstleutnant Anastasia Biefang (47) offiziell als Frau. Sie ist die erste trans* Kommandeurin der Bundeswehr (SCHWULISSIMO berichtete). Als sie 2019 aus Afghanistan zurückkam, schrieb Biefang auf Tinder: „Spontan, lustvoll, trans* – all genders welcome“. Dafür erhielt sie von ihrem Arbeitgeber einen Verweis: Als Kommandeurin sei sie überdurchschnittlich bekannt. Mit dieser Verletzung der außerdienstlichen Wohlverhaltenspflicht habe sie auch ihre „charakterliche Integrität“ verletzt. Das Truppengericht stufte den Verweis als rechtmäßig ein.

Beschwerde abgelehnt

Gegen den aus ihrer Sicht nicht zu rechtfertigenden Eingriff in ihr Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung legte die Soldatin beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde ein. Das Gericht wies die Beschwerde jedoch zurück. „Die Enttäuschung ist wahnsinnig groß“, so Biefang laut Bild. „Mein Arbeitgeber wirkt in mein Privatleben ein. Ich werde wohl ab jetzt meine Tinder-Profile meinen Vorgesetzten vorlegen und prüfen lassen, ob das rechtmäßig ist.“

Die Begründung

Besonders gestört hätten die Bundeswehr wohl die Formulierungen „offene Beziehung“, „auf der Suche nach Sex“ und „all Genders welcome“: Dadurch entstehe der Eindruck, dass Biefang wahllosen Geschlechtsverkehr habe und sich und andere Menschen zu Sexobjekten reduziere – und das wecke Zweifel an ihrem Charakter. Biefang kann das nicht nachvollziehen, und auch ihre Truppe stand hinter ihr: „Der Screenshot interessierte in meinem unterstellten Bereich niemanden.“ 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

ntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.