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Veganismus // © BraunS

Veganismus Megatrend oder Momentaufnahme?

Redaktion - 03.09.2020 - 11:07 Uhr

Wer sich einen Veganer vorstellt, hat vielfach noch immer das Bild vom Körner futternden Ökotypen im Kopf, der im Leben nichts auf die Reihe kriegt und grundsätzlich erst einmal alles ablehnt, was Spaß macht. Doch diese Ansicht erweist sich zunehmend als völlig verstaubt. Der Hauptanteil an Menschen, die vegan leben, rekrutiert sich aus der Gruppe junger, gebildeter Frauen, die in Großstädten leben und beruflich erfolgreich sind. Veganismus ist mittlerweile ein Synonym für Nachhaltigkeit, Verantwortung und die Bereitschaft, die Dinge zu verbessern, die im Bereich von Tierhaltung und Fleischproduktion so furchtbar schief laufen.

Keine Frage, das Argument des Tierschutzes kann auch vom überzeugtesten Fleischkonsumenten nicht ignoriert werden. Viel zu schockierend sind die Bilder von Viehtransporten durch halb Europa bei 35 Grad Hitze, von Fleischfabriken, in denen hoffnungslos unterbezahlte osteuropäische Sklavenarbeiter zehntausende Tiere pro Tag in einer grausamen Zeremonie des Schreckens zu Nahrung verarbeiten. Immer mehr Menschen benötigen immer mehr Nahrung. Dem Dümmsten muss klar sein, dass diese Mengen an Fleisch nicht durch Viehhaltung wie vor 100 Jahren erzeugt werden können. Friedlich auf Almen grasende Kühe und quietschende, umhertollende Ferkel sind viel mehr ein Marketinginstrument der Supermärkte als Realität.

Doch sehen wir uns die Zahlen an. In den meisten europäischen Ländern hat der Fleischverbrauch pro Kopf die Spitze längst erreicht und bewegt sich seit Jahren auf gleichbleibendem Niveau. In den USA sinkt der Konsum bereits deutlich. Die Suchergebnisse nach veganer Ernährung stürmen die Charts von Google. Natürlich ist die Umstellung auf vegane Ernährung nichts, was sich in kurzer Zeit vollzieht. Doch der Trend ist ablesbar. Es ist ein Milliardenmarkt, auf den zunehmend auch die Discounter aufspringen. Man darf getrost unterstellen, dass sich Aldi, Lidl & Co, die allesamt nicht gerade als die Pioniere von fleischloser Ernährung gelten und sich immer wieder heftiger Kritik an Dumpingpreisen für tierische Lebensmittel ausgesetzt sehen, nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit vegane Produkte ins Sortiment holen. Sie wollen schlicht und einfach an diesem wachsenden Markt verdienen. Wer sich noch vor wenigen Jahren vegan ernähren wollte, war auf Reformhäuser oder den eigenen Garten angewiesen. Mittlerweile bieten Supermärkte und Discounter ganze Regalreihen voller Nahrungsmittel an, die ohne tierische Produkte auskommen. Einige der vielversprechendsten Start-Ups kommen aus dem Bereich der veganen Ernährung und erfreuen sich immer größer werdender Akzeptanz.

Doch wie ist es um den gesundheitlichen Aspekt bestellt? Der Hauptkritikpunkt an veganer Ernährung ist die Gefahr einer potentiellen Mangelernährung. Das Vorurteil, dass dem Körper durch den Verzicht auf alle tierischen Produkte wichtige Nährstoffe vorenthalten werden, hält sich hartnäckig. Doch die Realität sieht anders aus. Vegetarier und Veganer sind fast immer gesünder als Fleischesser. Sie leiden seltener an Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes. Ein Teil der Wahrheit ist, dass viele Veganer durch ihre überdurchschnittliche Bildung körperbewusster leben, Sport treiben, auf Alkohol und Nikotin weitgehend verzichten. Doch unabhängig davon nehmen Veganer deutlich mehr Balaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe auf. Da bestimmte wichtige Nährstoffe jedoch primär durch tierische Produkte zugeführt werden können, bedarf es in bestimmten Bereichen genauer Informationen und zum Teil der Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln, um eine Unterversorgung zu vermeiden. Ohne Zweifel ist es mit etwas Planung aber möglich, als Veganer deutlich gesünder zu leben als jemand, der regelmäßig Fleisch konsumiert.

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