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Warnung vor Droge

Warnung vor Droge Bundesregierung will Schwarzmarkt stärker überwachen

ms - 07.12.2022 - 12:00 Uhr
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Der Bundesbeauftragte der Regierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert, warnt jetzt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Aidshilfe vor einer illegalen Droge und gefährlichen Beimischungen, die gerade auch in der queeren Party-Community in Deutschland immer größere Verbreitung finden könnte – in Amerika und Kanada hat die Substanz bereits zu einem massiven Anstieg drogenbedingter Todesfälle geführt. Die Rede ist dabei von dem synthetischen Opioid Fentanyl.

Beimischungen sind lebensgefährlich

Blienert hält dabei fest: „Aufgrund der gegenüber Heroin sehr viel höheren Potenz ist Fentanyl für Konsumenten und Konsumentinnen auch als Beimischung außerordentlich gefährlich. In Deutschland war Fentanyl im Jahr 2021 für insgesamt 102 Todesfälle aufgrund von fentanylhaltigen Medikamenten mitverantwortlich.“ Um festzustellen, ob und in welchem Umfang illegal hergestelltes Fentanyl in der Drogenszene in Deutschland verbreitet ist, startet das Bundesgesundheitsministerium deswegen jetzt das Projekt “Rapid Fentanyl Tests“ oder kurz “RaFT“, zusammen mit der Deutschen Aidshilfe.

Überblick über die Drogenszene

Der Ablauf ist dabei wie folgt: Mittels eines einfach anzuwendenden Testverfahrens werden 5.000 Heroinproben in mehreren Drogenkonsumräumen in Deutschland untersucht. Das Ziel dabei ist, Kenntnisse über die Verbreitung von unbeabsichtigt konsumiertem Fentanyl als Beimengung im Straßenheroin zu erlangen. Zudem soll im Rahmen des Projekts erstmals eine auf Fentanyl abgestimmte Kurzinformation zur zielgerichteten Beratung erarbeitet werden. Drogenkonsumenten sollen so erfahren, wie sie mit positiven Testergebnissen umgehen und beim Konsum Risiken und Schäden reduzieren können.

Es braucht mehr Fachwissen über Beimischungen

Blienert will dabei verhindern, dass die Droge sich ähnlich massiv weiter ausbreiten kann, wie das anderenorts bereits der Fall ist: „Auch wenn Fentanylmissbrauch hierzulande nicht annähernd so dramatisch ist wie in den USA oder Kanada, müssen wir mehr Kompetenz und Fachwissen erlangen. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, Modelle zur Schadensminimierung zu ermöglichen und auszubauen. Mit dem Projekt „RaFT“ wird die Deutsche Aidshilfe einen wertvollen Beitrag zur Schadensminderung und einer verbesserten Datenlage leisten und im besten Fall Todesfälle aufgrund von Überdosierungen verhindern.“

Todesfälle reduzieren oder ganz verhindern

Das Kernziel ist es dabei ganz klar, die Zahl der opioidbedingten Not-und Todesfälle zu reduzieren und auf einen möglichen Anstieg der Verbreitung von Fentanyl in Deutschland vorbereitet zu sein. Das bekräftigt auch Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug bei der Deutschen Aidshilfe und mahnt zur Eile, man dürfe jetzt keine Zeit mehr verlieren: „Illegal hergestelltes Fentanyl ist bereits in Europa, Estland, angekommen. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland mit den Risiken und Folgen des Konsums konfrontiert ist."

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