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Die Isolation steigert die Pornosucht
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Männergesundheit Die Isolation steigert die Pornosucht

kk - 29.05.2020 - 12:00 Uhr

Die Corona-Pandemie zwingt uns dazu, Abstand zu geliebten Menschen zu halten und uns so weit wie möglich in Isolation zu begeben. Auch sexuelle Aktivitäten sind dabei weitestgehend eingeschränkt und so bleibt vielen, nur selbst Hand anzulegen. Gesundheitsämter raten sogar in Zeiten der Pandemie zu Selbstbefriedigung, der sicherste Sex-Partner sei man schließlich zurzeit selbst. Und auch Krankenkassen empfehlen Masturbation als Hilfe bei Schlafstörungen, die in der aktuellen Krise auch vermehrt auftreten.
Kein Wunder, dass Vibratoren und Sextoys gerade online massiv bestellt werden und findige Plattformen wie Pornhub gleich zu Beginn der Ausgangssperren gratis Premium-Mitgliedschaften angeboten haben.

Neben all den positiven körperlichen wie psychischen Effekten, die Selbstbefriedung haben kann, gibt es aber gerade jetzt, in der diese oft nicht aus Spaß, sondern aus Not geschieht, eine Gefahr: Der Pornokonsum steigt und damit auch die Gefahr pornosüchtig zu werden. Wie merkt man diese Sucht, ab wann gelte ich als süchtig, was sind die Auswirkungen und gibt es eine mögliche Therapie? All diese Fragen beantwortet SCHWULISSIMO im Folgenden:

Pornos in der Pandemie
Bereits in normalen Zeiten hat jede vierte Suchanfrage im Internet mit Pornografie zu tun: In Zeiten der Isolation und des Social Distancing steigt der Porno-Konsum und damit die Gefahr süchtig danach zu werden. Der Wissenschaft bereiten die negativen Auswirkungen eines regelmäßigen und zwanghaften Porno-Konsums Sorgen, die sich in psychischen, wie sozialen Problemen äußern können.

Das hohe Suchtpotenzial
Die Allgegenwärtigkeit und die leichte Verfügbarkeit von Pornos im Internet stellt das Grundproblem dar: Diese Reizüberflutung sorgt dafür, dass einem zum einen eigene Partner oder Menschen aus dem Alltag nicht mehr attraktiv genug erscheinen. Durch die überhöhte pornografische Darstellung von Sex werden nicht mehr genügend Nervenimpulse im Kopf aktiviert, um sexuelle Befriedigung durch eigene Partner oder ohne äußere Stimulation zu erlangen. Die Spirale der Sucht durch Pornoschauen wird so gestartet, denn der Stimulationsbedarf wird schließlich immer größer.

Die sexuelle Befriedigung ist nur einen Klick entfernt

Die psychologischen und sozialen Folgen
Auch wenn täglich mehrere Millionen Deutsche Pornos anschauen, sind diese gesellschaftlich nicht unbedingt akzeptiert: Die meisten gucken also heimlich und dabei ertappt zu werden, gilt immer noch als peinlich. Schuldgedanken und Selbstbewusstseinsstörungen können also die Folge einer Porno-Sucht sein. Aber auch der Arbeitsalltag und das Sozialleben können darunter leiden: Kreisen die Gedanken nämlich nur um den nächsten Porno-Kick, vernachlässigt man automatisch echte Freunde und realen Job. Zudem sind viele Porno-Portale kostenpflichtig, so dass hier analog zur Spielsucht auch finanzielle Abhängigkeiten entstehen können, die schlimmstenfalls in die Pleite führen können.

Auswirkungen auf die eigene Sexualität
Reize sind in der Sexualität enorm wichtig und eine Porno-Sucht macht unempfindlicher gegenüber erotischen Signalen eines Gegenübers: Wer jedoch nur noch die geschönten Porno-Bilder im Kopf hat, wird desensibilisiert und es kommt nicht selten zu Erektions- oder Ejakulationsproblemen. Laut wissenschaftlichen Studien ist der Zusammenhang zwischen stark anwachsendem Pornokonsum und Reduktion der Libido nicht von der Hand zu weisen.

Wie merke ich, dass ich süchtig bin?
Natürlich ist es schwierig zu sagen, was in der Sexualität „normal“ ist, ist sie doch immer auch individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. Doch in Sachen Pornografie konnten wissenschaftliche Studien nachweisen, dass ein Konsum von bis zu 24 Minuten in der Woche keine negativen Auswirkungen auf die eigene Sexualität und Psyche hat. Die Untersuchungen zeigten auch, dass ein Konsum von zwei Stunden in der Woche dazu führt, dass die sexuelle Aktivität innerhalb der Partnerschaft nachlässt.

Wann ist man(n) süchtig?

Wie komme ich aus der Porno-Falle?
Zunächst kann man sich selbst einige Regeln auferlegen wie zum Beispiel technische Maßnahmen zu ergreifen: Bestimmte Internet-Webseiten lassen sich blockieren. Aber auch sozial kann man aktiv werden, indem man seine Freizeit aktiv mit anderen Dingen wie Sport gestaltet. Es hilft sicher auch mit dem Partner offen über sein Pornografie-Verhalten zu sprechen: Hier könnte man zum Beispiel gemeinsam eine Obergrenze festlegen oder Zeitfenster, in denen es „erlaubt“ ist alleine oder auch zusammen Pornos zu konsumieren.

Wenn nur noch eine Therapie hilft
Wenn allerdings die Pornosucht alleine nicht bewältigt werden kann, ist eine Sextherapie ratsam: Hier werden an einem neutralen Ort Gespräche mit einem Sexualtherapeuten geführt und so anhand von „Hausaufgaben“ bestimmte Muster durchbrochen. Hierbei lernt man nicht nur wichtige und vielleicht vergessene Dinge über seinen eigenen Körper, sondern auch über den des Partners. Durch das erneute Erlernen von Sinnlichkeit kommt man so einer emotionalen wie erotischen Erfüllung wieder nahe.

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