Direkt zum Inhalt
Klatsche für Schwulenrechte
ANZEIGE

Klatsche für Schwulenrechte Homosexualität sei kein Menschenrecht, sondern ein Krebsgeschwür

ms - 02.03.2023 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Binnen eines Tages haben gleich zwei Länder ihre homophobe und menschenverachtende Einstellung gegenüber Schwulen und Lesben erneut bekräftigt: Panama und Uganda.

Kein Menschenrecht für Homosexuelle

In Panama erklärte der Oberste Gerichtshof nach einer mehrjährigen Beratungszeit, dass die gleichgeschlechtliche Ehe “kein Menschenrecht“ sei. Schwule und Lesben hätten kein Grundrecht darauf, zu heiraten. Eine erneute Klatsche für alle Homosexuellen, die sich seit 2016 kämpferisch und mutig für eine Gesetzesänderung eingesetzt und es damit bis zum Obersten Gerichtshof geschafft hatten. Zuvor war bereits 2004 der Versuch der Legalisierung eingetragener Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare gescheitert. Nun bleibt im Gesetz weiter verankert, dass eine Ehe nur eine Vereinigung zwischen Mann und Frau ist. Auch ein Anti-Diskriminierungsgesetz gibt es bisher nicht, homosexuelle Handlungen sind ab 18 Jahren legal.

Homosexualität sei ein Krebsgeschwür

Noch düsterer zeichnen sich die jüngsten Entwicklungen in Uganda ab. Seit Monaten führt die Regierung in extremer Weise einen regelrechten Feldzug gegen Homosexuelle und kämpft aktuell auch gegen Schulen, die das Thema in irgendeiner Form im Unterricht behandeln. Lehrer, die über Homosexualität sprechen, seien zu entfernen, denn sie würden eine “charaktertötende Moral“ verbreiten.

Nun haben die Abgeordneten der Regierung des Landes erneut nachgelegt und ein neues Hass-Gesetz eingebracht, in dem Homosexualität als "Krebsgeschwür" bezeichnet wird. Der Abgeordnete Asuman Basalirwa erklärte weiter: „Ich möchte behaupten, dass Homosexualität ein menschliches Unrecht ist, das gegen die Gesetze Ugandas verstößt und die Unantastbarkeit der Familie, die Sicherheit unserer Kinder und den Fortbestand der Menschheit durch Fortpflanzung bedroht." Unter Beifall der Abgeordneten beendete er seine Rede.

Moral wichtiger als Entwicklungshilfe aus dem Westen

Die Parlamentssprecherin Anita Among bekräftigte zudem, wichtiger als Fördergelder aus westlichen Ländern sei es, die Kultur und Moral des Landes zu erhalten. Zuvor hatte erst im Februar auch Präsident Yoweri Museveni erklärt, man werde Homosexualität nicht akzeptieren und der Westen solle aufhören, dem Land seine Ansichten aufzuzwängen.

Mehrere westliche Staaten wie Schweden, die Niederlande und auch die USA hatten als Reaktion auf die Homo-Hass-Gesetze in den letzten Monaten ihre Entwicklungshilfen ausgesetzt. Die Situation schwuler Männer und lesbischer Frauen spitzt sich in Uganda schon seit beinahe zwanzig Jahren immer mehr zu. Sexuelle Akte, die “gegen die Natur verstoßen“, können mit einer hohen Geldstrafe sowie einer Haftstrafe von 14 Jahren bestraft werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.