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Ab in den Garten! // © Archiv
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Ab in den Garten! Wenn das Grüne ruft…

nb - 25.03.2016 - 07:00 Uhr

Bald kommen die Gedenktage der Heiligen im Mai: die gestrengen Herren, besser bekannt als die Eisheiligen. Für alle Hobby- und Profigärtner können diese Tage schnell zu Katastrophentagen werden. Denn wenn auch in Mitteleuropa die Temperaturen im Mai meistens bereits recht hoch sind, so werden diese immer wieder durch Wetterlagen getrübt, bei denen Bodenfrost die gerade erblühenden Pflanzen empfindlich stören kann.

Mein Freund, der Baum – ist tot… Er starb im frühen Morgenrot. Aber nein. So schlimm muss es nicht kommen. Denn Gärtnern ist hipp und voll im Trend. Und so weiß deshalb manch Schwuler mittlerweile sehr genau, wie den gestrengen Herren Einhalt zu gebieten ist.

Bereits 2013 wurde ein Buch über Gärten zu einem Szene-Bestseller. Im Bildband Garten-Welten: Männer und ihre grüne Leidenschaft stellt der Autor Georg Möller vorwiegend die grünen Refugien schwuler Männer vor. Zusammen mit seinem Freund Achim Weitershagen hat er sich in einem 1.300 Quadratmeter großen Oehndorf-Garten den Traum vom privaten Park verwirklicht. In seinem Buch präsentiert er 20 Hobby-Gärtner, die Einblicke in ihre kleinen Paradiese sowie ihr Leben und ihre grüne Leidenschaft gewähren.

Das Grüne ruft!
In jeder Hinsicht... und jede Richtung. Und so mancher folgt diesem Ruf auf Wege, die selbst Trampelpfad-Erfahrene des Stadtparks noch nicht kennen. Dendrophilisten, so nennt die Wissenschaft diese Spezies von Pflanzenliebhabern. Mit einem „Baum-Porno“ wirbt sogar die Naturschutzorganisation Greenpeace seit 2008 für den Schutz der Wälder. In diesem Film streichen zärtlich Blätter über einen Stamm und ein Ast dringt in ein Astloch ein. Frivole Leidenschaft mit Chlorophyl. Und durch einen Baum-Porno erfährt man, dass Dendrophilisten auf leidenschaftlichen Sex mit Bäumen stehen. Wer hätte das gedacht?

Wer also im Frühling durch den Wald läuft, ist vielleicht gar nicht so interessiert am Erwachen der Natur. Sondern eher am Sex mit Kiefern, Buchen oder Eichen…. Für diese Pflanzenliebhaber sind Bäume somit genauso attraktiv wie für andere Männer oder Frauen. Bereits der bloße Anblick eines knorrigen Stammes und fleischige Ausbuchtungen am Stamm oder der glatten Rinde erregen sie. Sex mit dem Astloch ist dann nur noch eine Frage des Durchmessers.

Nun – jedem Tierchen sein Plaisierchen... Kommen wir zurück zu bekannteren Genüssen im Bereich der Botanik. Genauer gesagt zu Primeln auf dem Balkon, Lobelien im Garten und diversen Büschen und Bäumen in Parkanlagen und Wäldern. 1999 wurde von einem Winzer aus Trier und einem Landwirt aus Wiesbaden eine Gruppe namens Gayfarmer gegründet. Es handelt sich um eine Gemeinschaft von Schwulen und Lesben, die in den „grünen Berufen“ arbeiten, wie z. B.: Landwirte, Winzer, Gärtner, Forstwirte u.v.m. Mittlerweile ist sie auf mehrere Hunderte gewachsen und hat auf GayRomeo sogar fast 2.360 Mitglieder. Diese Zahlen beweisen, dass es als Schwuler oder als Lesbe durchaus möglich ist, glücklich auf dem Land zu leben, und dass grüne Berufe einen interessanten Arbeitsbereich mit Zukunft darstellen.

Aber auch in der Stadt pflegen Schwule und Lesben mit Hingabe ihre Gärten und bepflanzen Balkons und Terrassen. Und wenn beim Shoppen in der Stadt auch im Mai noch die Finger kalt werden können, so greift der Gay mit dem grünen Daumen nicht nur zu Handschuhen, um die Fingerchen zu wärmen, sondern schützt auch empfindliche Pflänzchen wie zum Beispiel Geranien und Gemüse wie Zucchini, Salat und viele Kräuter nachts mit Gärtnervlies oder alten Zeitungen. Diese vertragen keinen Frost – und wie gesagt, die gestrengen Herren können immer noch Schaden anrichten. 

Damit ist die Arbeit aber noch lange nicht erledigt. Denn neben dem Kälteschutz gibt es im Mai im Garten jede Menge zu tun. Regelmäßiges Düngen und Gießen ist jetzt Hauptaufgabe. Besonders frisch gepflanzte und junge Gehölze haben noch keine tiefen Wurzeln wie eingewachsene Bäume, die sich aus tiefen Schichten versorgen.

Nicht nur auf dem eigenen Kopf ist manchmal ein Neuschnitt vorteilhaft. Auch wer stylische Kübelpflanzen, zum Beispiel aus Buchsbaum, liebt, der sollte jetzt im Mai für die gewünschte Form sorgen. Gerade den Buxus kann man nach Belieben kürzen und in Form schneiden. 

Wem der Einkauf von Gemüse und Obst im Biomarkt zu teuer ist, der kann sich jetzt leicht in den kommenden Monaten selbst verpflegen. Sogar auf dem Balkon kann man kleine Obstbäume ziehen und Töpfe mit Kräutern finden in jeder Ecke einen Platz. Wer einen Garten besitzt, hat jetzt alle Hände voll zu tun. Ausgesätes Gemüse und Kräuter sollten jetzt beispielsweise pikiert werden. Mit anderen Worten, sie werden ausgedünnt. Dadurch soll verhindert werden, dass sich die Pflanzen gegenseitig Licht und Nährstoffe rauben…

Wem jetzt langsam vor lauter Gärtnerlatein schwindelig wird, der sollte trotzdem nicht verzagen. Gärtnern macht Spaß. Auch wenn es sich jetzt eher mühsam und nach viel Arbeit anhört.

Aber die Arbeit im Garten, an der frischen Luft und möglichst ohne Zeitdruck, entspannt intensiv. Die Nerven können sich endlich mal wieder erholen.

Ab in den Garten also!

Zum Relaxen. Und für’s Vergnügen. 

Was auch immer man damit persönlich assoziiert…

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