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Männer und ihre Haare

Männer und ihre Haare Die Signale auf dem Kopf

kk - 27.09.2019 - 18:00 Uhr

Es ist eine haarige Angelegenheit, wenn es zum Thema „Männer und ihre Haare“ kommt: Die einen haben zu dünne, die anderen zu lockige und andere gar keine mehr. Viel Stoff also für allerlei Probleme und Co.

Dem Thema kann man also auch psychologisch und wissenschaftlich einiges abgewinnen, wie die Studie „Die Psychologie des ersten Eindrucks“ mit dem Abschnitt „Die Sprache der Haare“ von Professor Reinhold Bergler und die Psychologin Dr. Tanja Hoff zeigt. In der empirischen Untersuchung wurde zum Beispiel herausgefunden, wie die Geschlechter diverse Haarprachten interpretieren. Frauen neigen dazu, an Haaren abzulesen, ob jemand modisch, temperamentvoll oder gesund ist. Männer schließen von den Haaren oftmals auf Leistungsorientierung, Intelligenz oder Selbstbewusstsein des Trägers – und wie so oft im Leben: Der erste Eindruck entscheidet auch hier.

Laut den Forscher sind es die Haare, die einen enorm wichtigen Schlüsselreiz aussenden und über Sympathie oder Antipathie entscheiden. Männer scheinen das instinktiv begriffen zu haben, denn ihnen dient die Frisur in erster Linie als Mittel zur Selbstdarstellung. Männer wollen mit ihren Haaren vor allem die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ausdrücken – egal ob dies bewusst oder unbewusst passiert, die Frisur ist immer noch ein Spiegelbild der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppierung. Wie man sein Haar trägt, ist also immer auch eine Art Bekenntnis. Dabei verändern sich die Signale aber auch im Laufe der Zeit. Männer mit langen Haaren waren in den 70er Jahren zum Beispiel Rebellen, heutzutage sieht man kaum mehr langhaarige Männer. Verschiedene Stylings funktionieren also immer wie eine Art Rahmen, den auch die Gesellschaft mit setzt: Ändert die Umrahmung sich, wird auch ein anderer Mensch wahrgenommen.

Aber nicht nur stilistisch sagen Haare tatsächlich etwas über den Menschen aus: Auch psychologisch verrät beispielsweise eine radikale neue Frisur über persönliche Umbrüche im Leben. Klischee hin oder her, laut den Erfahrungswerten von Friseuren ist ein gravierender Einschnitt im Leben korrespondierend mit einem gravierenden Einschnitt bei den Haaren. Und auch die berüchtigten „Bad Hair Days“ verraten, dass irgendetwas im Inneren nicht stimmt. Dabei wirken solche Tage aber auch wieder auf die eigene Stimmung zurück und sorgen automatisch für schlechte Stimmung. Männer reagieren auf solche haarigen Desaster noch mehr und werden unsicherer und nervöser.

Männer belasten solch haarige Probleme im Übrigen mehr als Frauen. Zum einen vielleicht, weil sie mehr Angst vor dem Verlust der Haare haben und damit sehr empfindlich auf das Thema reagieren. Zum anderen aber auch, weil sie in Punkto Haarpracht oft eitel sind und gerne mit verschiedenen Looks experimentieren, um sich eben selbst auszudrücken oder ein Image zu kreieren.

Doch auch bei den Haaren gilt eigentlich das, was auch für den Rest des Outfits gilt: Am besten ist Authentizität. Auch wenn das Haar lichter wird, Haartransplantationen oder verzweifeltes Hinüberstreichen auf der beginnenden Glatze wirken meist lächerlich. Männer sollten dabei an prominente „Leidensgenossen“ denken, die dem Unvermeidlichen mit viel Gelassenheit – und damit Sexyness – gegenübertreten. Auch bei Jude Law wird es auf dem Kopf immer weniger, dafür ist sein Lächeln immer strahlender. Bruce Willis hat die Kahlheit zum Markenzeichen gemacht und Sean Connery wäre auch ohne Perücke ein äußerst attraktiver James Bond gewesen. Natürlich gibt es aber auch Ausnahmen und kosmetische Eingriffe können in Sachen Selbstbewusstsein nachhelfen wie es das Beispiel Jürgen Klopp zeigt, bei dem die Auffrischung gut gelungen ist und das komplett uneitel daherkommt.

Die Haar-Psychologie verrät also einiges über uns: Doch auch wenn wir nur allzu gerne von den Frisuren auf den Charakter schließen und so ablesen wollen, ob jemand konservativ oder progressiv ist, laut den Forschern ist dies „reine Kaffeeleserei“. Deshalb sollte man(n) wohl am besten diesen Rat in Sachen Haare beherzigen: Die Frisuren ändern sich, Stil aber bleibt.

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