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Beauty und der politische Einfluss // © Pekic
Rubrik

Schön politisch! Make-Up mit Statement

km - 03.10.2020 - 09:00 Uhr

Überall werden sie angeboten und versprechen jüngere Haut oder voluminöse Wimpern, gesundes Haar oder vollere Lippen: Beautyprodukte. Sie sorgen für einen gesunden Teint oder bedecken geschickt und unauffällig „Problemzöhnchen“. Make-up Stylisten holen damit das Beste aus dem Menschen raus. Sie wissen, dass ein strahlendes Aussehen für ein starkes und selbstbewusstes Auftreten sorgt. Doch was Beauty auch kann ist Politik!

Was? Politik?! Dieses langweilige Thema mit diesen eingestaubten Anzugträgern? Gerade der jüngeren Zielgruppe wird oft vorgeworfen, dass der Zugang zu einem politischen Interesse nicht vorhanden sei. Auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok werden jedoch vermehrt politische Themen mithilfe von Beauty-Tipps vermittelt. Man könnte sagen, dass der sozialpolitische Aktivismus ein komplett neues Styling bekommt und so auch an die jüngeren Generationen herangetragen wird.
Der Beauty-Influencer Matt Bernstein (@mattxiv) bringt es auf seinem Instagram-Kanal auf den Punkt: „beauty but make it political“ – Beauty, aber mach es politisch!
Mithilfe von Social-Media und Make-up verbreitet er politische Ansichten, setzt sich für die LGBTI*-Community ein und erschafft so eine wunderbar funktionierende Symbiose zwischen Make-up und Aktivismus.

Die Bilder, die er regelmäßig veröffentlicht, zeigen ihn oft mit einem regenbogenfarbenen Make-up –zusammen mit einem Schriftzug wie zum Beispiel „Feminismus ohne Trans*Menschen ist kein Feminismus.“. Oft nimmt er Bezug auf aktuelle Themen, wie beispielsweise eine kürzlich veranstaltete Geschlechter-Enthüllungs-Party, welche ein großes Feuer auslöste. „Es ist keine Enthüllung des Geschlechts, sondern lediglich der Genitalien“, titelte das Make-up auf seinem Gesicht. Das zusätzliche Augenrollen auf seinen Bildern mit Statements stellt deutlich dar, wie genervt er von der Ignoranz, dem Hass und der Unwissenheit vieler Menschen ist. Mit seinen fast 500.000 Abonnenten erreicht er viele Menschen im Internet und erzielt mehr Aufmerksamkeit für die LGBTI*-Community.

Wenn man über Beauty und Politik spricht, darf man alle Dragqueens und -kings auf keinen Fall außen vor lassen. Bunt und schrill sorgen sie immer für eine große Aufmerksamkeit. Sie polarisieren und setzen sich selbstbewusst für die Sichtbarkeit und Rechte der LGBTI*-Community ein. Dragqueens und -kings verwischen die „Grenzen“ von Geschlechtern und bringen somit sozialpolitischen Aktivismus meist mit ihrer glamourösen und übertriebenen Darstellung zum Ausdruck. Sie beweisen, dass solche Themen auch laut, bunt, mit jeder Menge Spaß als auch Schlagfertigkeit angegangen werden können.

Die Dragqueens haben es im letzten Jahr sogar in die Primetime des großen Privatsenders ProSieben geschafft und bekamen durch „Queen of Drags“ eine Bühne im deutschen Fernsehen. In der Jury auch die prominente Drag Queen Olivia Jones, welche bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg bereits zweimal politisch mitmischte. „Die Show ist eine super Plattform für deutschsprachige Drag Queens, die jetzt endlich mal einem großen Publikum zeigen können, was sie draufhaben und wie vielfältig Drag ist. Denn Drag ist Kunst – unterhaltsam, provokant und immer auch ein politisches Statement für Toleranz, Vielfalt und Respekt.", äußerte sie sich 2019 zum Start der Sendung.

Auch die „Sisters“ – Schwestern der Perpetuellen Indulgenz – sollten unbedingt Erwähnung finden. Die „queeren Nonnen des 21. Jahrhunderts“ sammeln Spenden für soziale Zwecke der LGBTI*-Community und engagieren sich für die Akzeptanz und Inklusion diverser Lebensentwürfe und für HIV- und Aids-Prävention. Der Orden, welcher 1979 in San Francisco das erste Mal in Erscheinung trat, hat Anhänger auf der ganzen Welt. Sie treten mit weiß grundiertem, aber farbig geschminkten Gesicht in Erscheinung und tragen eine nachempfundene Ordenstracht.
Gewinne sind nicht von Interesse: Es geht einzig und allein darum, die generierten Spenden an die Menschen weiterzugeben, die diese benötigen.

Matt Bernstein // © instagram.com/mattxiv

Fazit:
Beauty ist eine wunderschöne Möglichkeit, politische Themen zu kommunizieren. Das kann, muss aber keinesfalls bierernst sein. Drag Queens beweisen, dass es anders geht und auch die steigende Vielfalt in den Medien bzw. der Unterhaltungsindustrie zeigt mit Shows wie „RuPaul‘s Drag Race“ und „Queer Eye“, dass Beauty soviel mehr sein kann als nur „etwas Schminke im Gesicht“.
Viele Menschen nutzen Beautyprodukte, und somit bietet der kleinste gemeinsame Nenner eine Plattform des Austausches ohne Hass oder Diskriminierung. Denn Make-up kennt kein Geschlecht. In diesem Sinne: Make-up your mind!

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